Trainingszeiten

  • Freitags
  • Jugendliche: 19:00 Uhr
  • Erwachsene: 20:00 Uhr

  • im Glöckelchen
  • Angelstraße 18
  • Groß-Zimmern

Lust auf Schach?

Das Glöckelchen befindet sich in der Angelstraße 18 in Groß-Zimmern. Der Vereinsraum ist bequem über die stählerne Außentreppe zu erreichen. Parkplätze sind genügend vorhanden.

Vereinsgründung und erste Jahre

1921-1932

Wie der Name des Vereins angibt, gründeten Schachinteressierte im Jahre 1921 den noch heute existierenden Schachclub Groß-Zimmern. Genauere Angaben zur Gründung, wie ein genaues Datum, Liste der Gründungsmitglieder, Spiellokal, erster Vorstand etc. sind aufgrund fehlender Dokumente leider nicht möglich. Der Verein bestand in den 1920ern zu 90% aus Mitgliedern der damals noch bestehenden jüdischen Gemeinde Groß-Zimmerns und hatte mit August Gramm, geboren 28.06.1878 und von Beruf Rechtsbeistand, den letzten heute belegbaren 1. Vorsitzenden. Weiteres aus dieser Zeit ist wie erwähnt nicht bekannt, da es keine Unterlagen aus jener Zeit (mehr) gibt.

Der Verein während der NS-Zeit

1933-1945

Synagoge Groß-Zimmern Zu Beginn der NS-Zeit löste sich der immernoch hauptsächlich aus Juden bestehende Verein wegen der politischen Lage auf bzw. wurde von den Nationalsozialisten aufgrund der hohen Anzahl jüdischgläubiger Mitglieder verboten. Wie die Schicksale der besagten jüdischen Mitglieder im Weiteren ausgesehen haben, ist ebenfalls nicht mehr überlieferbar. Wahrscheinlich verließen sie größtenteils Groß-Zimmern und Deutschland. Sie taten es damit ihren jüdischen Mitbürgern Groß-Zimmerns gleich, die vor den Nationalsozialisten flüchteten, insbesondere im Zuge der zunehmenden Repressionen und auch verübten Progromen, die in Groß-Zimmern selbst mit der Niederbrennung der örtlichen Synagoge in der sogenannten Reichskristallnacht am 09. November 1938 ihren zwischenzeitlichen Höhenpunkt fanden.
Die genannte Synagoge stand damals dort, wo heute die Mehrzweckhalle erbaut ist und bildet damit zugleich den Spielort für das Jubiläumsturnier.

Am 16. Mai 1937 erfolgte eine Wiedererhebung (heute Neugründung genannt). Hauptperson zur Neu- bzw. Wiedergründung war August Gramm. Dieser lud zur Gründungsversammlung ins Gasthaus "Rheingold" ein, die von 30 Personen besucht wurde. Auch von dieser Gründung des Vereins gibt es heute keine Liste der anwesenden Mitglieder mehr. Gleich nach Gründung hielten die Mitglieder allerdings ein internes Turnier ab von dem eine Paarungstafel exisitiert auf der 20 Namen aufgeführt sind. Unter anderem spielte auch der erste Vorstand von 1937 bei dem Turnier mit, der sich wie folgt zusammensetzte:

1. Vorsitzender: Wilhelm Stumpf
2. Vorsitzender: August Gramm
Schriftführer: Heinrich Klemm
Schachwart: Valentin Stumpf

Der neu gegründete Schachclub hatte indes keine lange Lebenszeit, da mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 immer mehr Mitglieder zum Militärdienst eingezogen wurden. Ab 1940 waren zur weiteren Aufrechterhaltung eines Übungsbetriebes zu wenige Mitglieder in Groß-Zimmern, sodass der Verein bis nach Kriegsende ruhte.

Der Neuanfang nach dem Krieg

1945-1953

Nach Beendigung des Krieges wurden alle Vereine in Deutschland durch die Siegermächte und deren eingesetzter Militärregierung aufgelöst und zur Neugründung nach vorhergehender Überprüfung gezwungen. Im Mai und Juni 1946 wurden die ersten Fühlungen zur Wiedergründung des Schachclubs Groß-Zimmern mit der Militärregierung aufgenommen. Am 13. August 1947 erfolgte eine erste Versammlung, bei der 25 Personen den Verein nun zum dritten Male gründeten. Nach Gründung fanden sich in der Mitgliederliste insgesamt 58 Personen. Eine Woche nach Gründung erfolgte im Gasthaus "Löwenbräu" die erste Hauptversammlung, bei der der vorher der Militärregierung vorgelegte Vorstand in seinen Ämtern von den anwesenden Mitgliedern bestätigt wurde.

1. Vorsitzender: Eduard Krenn
2. Vorsitzender: Wilhelm Stumpf
Schriftführer: Albert Keil
Rechner: Franz Rudolph
Schachwart: Valentin Stumpf

In etwa zur gleichen Zeit fanden sich im Kreis Dieburg andere Schachvereine zu einer Neugründung zusammen. Diese Vereine bildeten zusammen mit dem Schachclub Groß-Zimmern am 03. Januar 1948 im reinheimer Gasthaus "Darmstädter Hof" den Schachkreis Dieburg, der die Vereine aus Dieburg, Groß-Zimmern, Reinheim, Überau, Groß-Bieberau und Groß-Umstadt umspannte. Eine den heutigen Bezirkswettkämpfen ähnelde Kreismeisterschaft wurde geplant.

Die darauf folgenden Jahre beinhalteten für den Schachclub Groß-Zimmern jeweils eine jährlich stattfindende Generalversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes, bei denen es zunächst nur kleinere Änderungen gab. Hervorzuheben ist einerseits die Ernennung August Gramms zum Ehrenvorsitzenden als Dank seiner Verdienste zum Erhalt des Schachsports und des Vereins in Groß-Zimmern und die Einführung der Vereinssatzung, die die Amtsperiode der Vorstandsmitglieder auf 2 Jahre erweiterte. Beides wurde auf der Versammlung vom 27. Januar 1948 beschlossen.

In der BRD

1953-1988

Die im Jahre 1952 geplante Generalversammlung musste wegen Unstimmigkeiten in der Wahl des Vereinslokals ins Jahr 1953 verschoben werden. Zum neuen Vereinslokal wurde der "Münchner Hof" gewählt, welcher ab dem 01. September 1953 bezogen wurde. Dort wurde ein Jahr später die vierte Generalversammlung abgehalten, bei der der Verein zwischenzeitlich noch 34 Schachfreunde zählte. Der Abwärtstrend in den Mitgliedszahlen setzte sich bis zum Tiefpunkt 1957 fort, als sich lediglich noch 9 Personen als Mitglieder zählen ließen.

Die weiteren Jahre waren wieder von konstanterer Natur und ab 1960 konnten leicht steigende Mitgliederzahlen vermerkt werden. Besonders zu erwähnen ist die erstmalige Nennung unseres heute noch und damit am längsten aktiven Mitglieds Dieter Rauck, der auf der Generalversammlung von 1961 als 13 jähriger Schüler zum Unterkassierer gewählt wurde.

1972 stand ein erneuter Umzug in ein neues Vereinslokal an. Neue Spiel- und Trainingsstätte wurde die Wirtschaft im Radfahrerheim. Aufgrund der als Kampf des Jahrhunderts betitelten Weltmeisterschaft zwischen Boris Spassky und Robert "Bobby" Fischer erfuhr die gesamte Schachwelt einen Schachboom, der auch dem Schachclub Groß-Zimmern neue Mitglieder und viele schachbegeisterte Jugendliche brachte. Der Verein nahm in den 70ern auch erfolgreich an den Verbandsturnieren teil, was sich 1976 in der Meisterschaft der ersten Mannschaft in der B-Klasse widerspiegelte. Als langjähriger Vorsitzender wurde Georg Fröhlich 1977 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nach der Wende

1989-2020

Nachdem der Boom um das Schach seit dem Weltmeisterschaftskampf zwischen Boris Spassky und Bobby Fischer nachgelassen hatte, fehltem dem Verein auch nach und nach die Jugendlichen, die die tragfähige Basis eines jeden Vereins für die Zukunft bilden. Allerdings zog der Verein in den frühen 2000er Jahren bis zu 20 Jugendliche gleichzeitig an, die nach ein paar Jahren allerdings fast alle den Verein wieder verließen. Während dieser Zeit konnten einige Jugendliche beachtliche Erfolge vorweisen, die vom Bezirksmeister über Hessenmeistertitel und Teilnahmen an den deutschen Meisterschaften reichten. Die Auswirkungen durch das allmähliche Wegbrechen der Jugend zeigten sich insbesondere im sportlichen Bereich, wo der Verein des öfteren Abstiege aus den höheren Klassen des Bezirks hinnehmen musste, da man mit den verjüngten Kadern andere Vereine nicht mehr ganz Schritt halten konnte.

Ein weiterer, nennenswerter Meilenstein war die Einrichtung einer neuen Internetpräsenz des Vereins im Jahre 2008. Mittlerweile ist die erste Anlaufstelle für Informationen aller Art, auch um Vereine und Kultur, eben das Internet, sodass man auch hier Werbung für den Verein und Schachsport machen wollte. Die mittlerweile 13 jährige Website konnte so im Schnitt jedes Jahr 1-2 neue Mitglieder anziehen. Daneben gibt es immer detailreichere Berichte zu unseren Mannschaftskämpfen, Turnierberichte, Fotos aus der Mitte des Vereins heraus und vieles mehr.

Hessische Schnellschachmeisterschaften 2011 Zum 90-jährigen Bestehen 2011 veranstaltete der Verein zwei Turniere: Einmal die hessische Schnellschachmeisterschaft, die insgesamt 58 Schachbegeisterte und mit Ihnen einige, in Fachkreisen "Titelträger" genannte Profis in das Glöckelchen lockte, und im Oktober des selben Jahres die Bezirkseinzelmeisterschaften mit langer Bedenkzeit. Beide Turniere waren für den als Veranstalter fungierenden Verein ein Erfolg. Neben gelungener Organisation konnte man sich mit guten Platzierungen weiter vorn auch sportlich gut präsentieren.

Die darauf folgenden Jahre waren geprägt von den üblichen Vergleichen in den Ligen des Bezirks, den regelmäßigen Blitzturnieren, der Wiedereinführung interner Skatturniere und Saisonabschlussfeste. Als neue sportliche Bestleistung zählt die zweifache Qualifikation der Pokalmannschaft für den Hessenpokal, sowie die zweimalige Qualifikation und Teilnahme einer Delegation vierer Blitzbegeisterter Mitglieder für die hessische Mannschaftsblitzmeisterschaft. Auch die aus acht Köpfen bestehenden Mannschaften für den regulären Ligabetrieb feierten kürzlich das ein oder andere sportliche Highlight: Die zweite Mannschaft marschierte wortwörtlich durch die B-Klasse dem Aufstieg in die A-Klasse entgegen, mit einem Punktekonto von 100%! Daneben gibt es zahlreiche Mitglieder, die auch in ihren Urlaubstagen und in der Freizeit generell nicht vom Schach lassen können und sich mit anderen Schachbegeisterten in den größten, entferntesten und prestigeträchtigsten Open Deutschlands messen. So tragen sie auch den Namen Groß-Zimmern weiter in die Schachwelt und erringen so manche Titel. Unter anderen erneute Bezirksmeistertitel und Gewinne der verschiedensten Ratingpreise.

Grillfest 2020 Grillfest 2020

Der Verein heute

2021-

Heute besteht der Verein aus 59 Mitgliedern und blickt auf eine 100 jährige Geschichte seines Bestehens mit Höhen und Tiefen zurück. Zum aktuell aktiven Grundstock an aktiven Schachfreunden gehören 25 Mitglieder, darunter 4 Jugendliche.

Sportlich stehen die beiden Mannschaften des Vereins solide in der obersten bzw. drittobersten Klasse des Bezirks. Insbesondere die erste Mannschaft ist seit Jahren in der Starkenburgliga etabliert, trotz der zwischenzeitlichen Rolle als Fahrstuhlmannschaft in den späten 2000er Jahren. Durch die Einbindung junger Leute in die erste Mannschaft besteht sogar der Anspruch in den kommenden Jahren Wettkampfluft in den hessischen Ligen zu schnuppern. Die zweite Mannschaft steht dem in nichts nach: so etabliert man sich in den letzten Jahren auch mehr und mehr in der A-Klasse.
Daneben steht eine pokalbegeisterte Truppe, die regelmäßig jährlich am Bezirks-4er-Pokal, teils mit Vorstoß ins Pokalfinale nebst der dazugehörigen Qualifikation zum hessischen Pendant, teilnimmt.

Die aktiven Vereinsmitglieder treffen sich darüber hinaus zu internen Skatturnieren, Grillfesten und spontanen Schachabenden außerhalb des Trainingsraums.

Man kann also auf die letzten hundert Jahre nicht nur stolz sein, sondern weiterhin aufbauen und krönt diese nun mit dem Jubiläumsturnier im Oktober 2021. Auf die nächsten 100 Jahre!