Schachclub 1921 Groß-Zimmern e.V.

Partien

Hier wird die Partie FM Müller, Maximilian - Heß, Steffen dargestellt.


FM Müller, Maximilian (2139) - Heß, Steffen (1847)
C02 2. Claus-Köpke-Gedächtnispokal (Runde 5. Brett 3.) 22.01.2012

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 Die gernsheimer Spezialvariante gegen den Franzosen. In all meinen Partien, die ich gegen einen Gernsheimer spielen musste und mit Schwarz einen Franzosen aufs Brett bekam, wurde die Vorstoßvariante gewählt, bei 9 Partien mit einer einzigen Ausnahme. Schon merkwürdig.
3...c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Db6 6.a3 Sh6 7.b4 cxd4 8.Lxh6N Das N für Neuerung steht hier nicht, weil der der Theorie dieser Zug nicht bekannt ist, sondern weil das ein neuer Zug von gernsheimer Seite aus ist. Bisher folgte hier stets direkt 8.cxd4 und dann 8...Sf5 9.Le3 mit wie ich finde recht gemütlichem Spiel für Schwarz.
8...gxh6 9.cxd4 Ld7 10.Le2 Tc8 11.Db3? Hier vertauscht mein gegenüber allerdings die Züge, denn zuerst hätte 11.0-0 kommem müssen, denn jetzt funktioniert der taktische Einschlag 11...Lxb4+ mit Bauerngewinn: 12.axb4 (12.Sbd2 Sxd4 13.Sxd4 Lc3-+) Sxb4-+ nebst Schach auf c2. Die Qualität und zwei verbundene und dazu frei Mehrbauern sollten schon zum Gewinn langen.
Aber ich spielte schwächer 11...Lg7? 12.0-0 0-0 13.Sbd2 f6 14.exf6 Txf6 Hier weiß ich nicht was stärker ist, das nehmen mit dem Turm, nachdem das Qualitätsopfer Txf3 mit anschließender Zerstörung des weißen Bauernzentrums droht oder mit dem Läufer. Ich entschied mich für den Turm, da auf 14...Lxf6 einfach 15.Sb3 folgt.
15.b5 Se7 16.Se5 Le8 17.Sb3 Sg6 18.Sxg6 18...Sxe5 oder 18...Sf4 sind schon etwas unangenehm, deswegen nimmt Weiß auf g6.
18...Lxg6 19.De3 Tf7 20.Lg4 Lf5 21.Lxf5 Txf5 22.Tac1 Tc4! Der einzige Zug dem Abtausch sinnvoll aus dem Weg zu gehen. Nach 22...Txc1 überlasse ich Maximilian die c-Linie, nach 22...Te8 oder ähnlichem fange ich an passiv zu spielen und ich wette, dass er mich dann irgendwann an die Wand gespielt hätte. Ob der Zug wirklich ein "!" verdient hat, kann ich nicht genau beurteilen, aber auf mich macht er einen starken Eindruck, immerhin hat selbst Maximilian nach eigener Aussage nicht damit gerechnet.
23.Tfe1 23.Txc4 sieht wegen 23...dxc4 nicht gut aus, denn der Springer hat kein gescheites Feld. Nach 24.Sc5 Lxd4 25.Dxe6+ (natürlich nicht 25.Dxd4 Dxc5 mit Mehrbauer für Schwarz) 25...Dxe6 26.Sxe6 steht Schwarz mehr als passabel.
23...e5 Die Alternativen 23...Dxb5, 23...Tf6, 23...Txc1 sehen mir wieder zu passiv aus. So bekomme ich einen Freibauer auf d5 und stehe recht aktiv.
24.dxe5 Dxe3 25.Txe3 Txe5 Hier mit 25...Txc1+ ins Figurenendspiel zu gehen erscheint mir etwas riskant, da ich selbst gerne mit Springer gegen Läufer spiele und meine Bauernstruktur etwas zerrüttet ist (Doppelbauer auf der h-Linie und Isolani auf d5).
26.Txe5 Lxe5 27.Kf1? Txc1+ Jetzt ist der Tausch allerdings gut, denn ich gewinne einfach einen Bauern.
28.Sxc1 Lb2 29.Sb3 Auch 29.Sd3 Lxb2 30.Sf4 d4 31.Ke2 Kf7 32.Kd3 Lc5 33.Se2 Ke6 34.Sxd4 Lxd4 hilft nichts mehr, das Bauernendspiel ist dank des entfernten Freibauer auf der a-Linie gewonnen.
29...Lxa3 30.Sa5 a6 Dieser Zug, der den Bauern einfach hält, wurde von Weiß übersehen.
31.Ke2 axb5 32.Sxb7 Kf7 33.Kd3 Ke6 34.Kd4 Le7 35.Sc5+ Kd6 Hier führt 35...Lxc5+ leider nur zum Remis: 36.Kxc5 Ke5 37.Kxb5 Ke4 38.Kc5 h5 39.h4 d4 40.Kc4 h6 41.g3 d3 42.Kc3 Kf3 43.Kxd3 und aufgrund der Randbauern ist das Endspiel nicht zu gewinnen.
36.Sb7+ Kc6? Mit 36...Kc7! 37.Sa5 Lb4 38.Sb3 Kd6 39.f4 Le1 nebst b4 und Lc3+ hätte man noch auf Gewinn spielen können.
37.Sa5+ Kb6 38.Sb3 b4? Hier hätte man durch die Zugwiederholung 38...Kc6 39.Sa5+ Kd6 40.Sb7+ Kc7! zur oben genannten Variante überleiten können. Nach b4 ist das Remis nun endgütig fest, wobei immernoch genau gespielt werden muss.
39.Kd5 Kb5 40.f4 Ka4 41.Ke6 Lf8 Nach 41...Kxb3 bekommen wir beide gleichzeitig eine Dame.
42.Sd2 b3 43.Sxb3 Kxb3 44.Kf7 Ld6 45.g3 Kc4 46.Kg7 Kd5 47.Kxh6 Ke4 48.Kxh7 Lxf4 Ab hier wurde schon mit Zuschauern über die Partie diskutiert, obwohl sie noch "lief", auch wenn das Ergebnis schon fest steht. In Anspielung auf die griße Anzahl an "geschobener" Remisen an den ersten paar Brettern in der letzten Runde war Maximilians letzte Aussage, dass er selten remis ohne Remisangebot gespielt hat.
49.gxf4 Kxf4 50.h4 Kg4 51.h5 Kxh5 remis